19.03.2025 / Laeiszhalle Hamburg
Der Sound ist erstklassig, so gut wie in der Laeiszhalle hören sich Versengold selten an. Selbstverständlich kommt Sänger Malte Hoyer trotzdem darauf zu sprechen, wie er trotz Spickzetteln direkt einen Texthänger hatte: Er hatte einfach die falsche Seite aufgeschlagen …
Doch vielleicht ist die Vergangenheit der größte Gegner dieser Tour: Pünktlich zum Tourbeginn ist das Album zur vorherigen Nacht Der Balladen im Jahr 2023 erschienen. Ich habe es beim Schreiben dieses Textes gehört und so viele Lieder vermisst, die dieses Jahr nicht gespielt wurden. Sei es Paules Beichtgang zusammen mit dem Ablasstanz, also purer Spaß und eine Leichtigkeit, die auch eine bestuhlte Halle zum Ausrasten bringen könnte – von Nostalgie ganz zu schweigen. Oder die Winterflut 1717, die voll Kummer und Angst direkt ins Herz geht.
Besonders fehlte mir auch das Meer Aus Tränen, wird das Leid von Menschen auf der Flucht doch nicht weniger. Von den Alten Männern, die die Grenzen schließen wollen, gibt es aktuell umgekehrt sehr viele in der Politik. Sie hätten sich ihr Lied sicherlich verdient. Und die Warnung vor dem Krieg, die ebenso in Tod Und Trommeln erklingt, ist keinen Funken weniger dringend als noch vor zwei Jahren. Doch sie alle wurden gestrichen – und ihr Ersatz hat mich weit weniger berührt. So bleibt mir am Ende auch ein kleiner Hauch von Belanglosigkeit als Nachgeschmack. Und das, obwohl es ein wirklich gutes Konzert war.
Diese Bilder habe ich für den Time For Metal e.V. aufgenommen. Meinen vollständigen Bericht gibt es auf der TFM-Website.



















